Bundesminister Peter Altmaier zu Energiegenossenschaften

17. Januar 2013 – 10:23

Wenige Themen haben in den letzten Jahren so sehr an Bedeutung gewonnen wie die Diskussion um die Bürgerbeteiligung an politischen Entscheidungen. Neu ist auch, dass das Streben der Bürger nach Mitbestimmung und Beteiligung auf einer breiten gesellschaftlichen Ebene stattfindet. Vom Handwerker bis zum Banker, von der Hausfrau bis zur Rechtsanwältin, alle sind mit dabei! Für mich ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung. Denn die Demokratie lebt von der aktiven Teilnahme der Bürgerinnen und Bürger.

Die Energiewende stellt eine tiefgreifende Herausforderung dar und erfordert Lösungen, die von der Bevölkerung mitgetragen werden. Mit der Energiewende zeigt Deutschland, dass eine Energieversorgung, die mittel- und langfristig im Wesentlichen auf erneuerbaren Energien sowie der Ausschöpfung der immensen Effizienzpotenziale beruht, auch in einem Industrieland technologisch machbar, ökologisch vorteilhaft und volkswirtschaftlich sinnvoll ist. Die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Energiewende setzen Bundesregierung und Deutscher Bundestag – selbstverständlich unter Beteiligung der Länder und Kommunen. Die Umsetzung und Gestaltung der Energiewende ist aber ein Projekt der Menschen vor Ort.

Einen wesentlichen Beitrag zur Umstellung der Energieversorgung können Genossenschaften leisten. Sie zeigen, wie die Energiewende als Gesellschaftsaufgabe gelingen kann. Durch Genossenschaften können Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Kommunen gemeinsame Lösungen im Energiebereich entwickeln und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien und gleichzeitig die Steigerung der regionalen Wertschöpfung voranbringen. Am 19. November 2012 war ich zusammen mit 500 Vertretern von Energiegenossenschaften und anderen Bürgerenergieprojekten beim Bundeskongress „Energiewende – dezentral und genossenschaftlich“ des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes e. V. in Berlin. Dabei wurden einmal mehr die Aktualität des Genossenschaftsgedanken und seine Bedeutung für die Energiewende sichtbar.

Innerhalb nur einer Dekade hat sich die Zahl der Energiegenossenschaften verzehnfacht, und ein Ende der Entwicklung ist nicht abzusehen. In Deutschland gibt es aktuell mehr als 650 Genossenschaften im Bereich der erneuerbaren Energien mit über 80.000 engagierten Bürgern, die viel Engagement, Zeit und Geld in erneuerbare Energien investiert haben. Die Möglichkeiten der Beteiligung sind vielfältig. Einige Genossenschaften bieten schon mit relativ geringen Beiträgen eine Mitgliedschaft an. Eine Beteiligung ist oftmals unter 100 Euro pro Anteil möglich. Mehr als 90 Prozent der Mitglieder der Genossenschaften sind Privatpersonen. Durch diese Möglichkeit der Mitbestimmung werden komplexe Prozesse transparenter, unabhängiger und überschaubar. Der Bürger wird vom Konsumenten zum Produzenten. Vielerorts haben Bürgerinnen und Bürger die Initiative selbst ergriffen und eigenständig investiert: in Bürgerwindparks, in die Biogasanlage auf dem Hof oder die Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach.

Genossenschaften können den Grundstein für eine energiepolitische Selbstbestimmung liefern. Durch die Einbindung von regional ansässigen Unternehmen sind Energiegenossenschaften zudem ein Motor für die lokale und regionale Wertschöpfung. Sie sind der Arbeitgeber vor Ort, der Aufträge größtenteils an benachbarte Unternehmen vergibt. Mit dem Vorstand und einem Aufsichtsrat stehen der Genossenschaft ein professioneller Leitungs- und Kontrollmechanismus zur Verfügung, der in der Regel nicht die kurzfristige Gewinnmaximierung, sondern die Idee eines nachhaltigen Wachsens verfolgt. So entstehen neue Arbeitsplätze und die Gewinne bleiben überwiegend in der Region. Zusätzlich profitieren die Kommunen durch Steuereinkünfte.

Der Genossenschaftsgedanke lässt sich von der Stromerzeugung auch auf andere Bereiche übertragen, beispielsweise auf die Sektoren Wärme und Verkehr, auf die Energieeffizienz und den Netzausbau. Dadurch wird auch mein Vorschlag einer Bürgerdividende beim Netzausbau unterstützt, der auf eine Beteiligung betroffener Bürgerinnen und Bürger am Bau neuer Stromleitungen abzielt.

Ich bin überzeugt, dass die Energiewende gelingt! Allerdings nur, wenn möglichst viele mit dabei sind. Dafür möchte ich mich einsetzen. Getreu dem Motto von Friedrich Wilhelm Raiffeisen: „Was einer nicht schaffen kann, dass schaffen viele“.

Grußwort von Bundesminister Peter Altmaier im Rahmen des Internationalen Jahres der Genossenschaften.


Quelle: www.dgrv.de
Wir danken dem DGRV – Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V., Berlin, für die Möglichkeit der Veröffentlichung.

 


Schon nach zwei Jahren eine Erfolgsgeschichte

10. Januar 2013 – 12:03

Zum Jahresende 2012 hatte unsere Energiegenossenschaft 22 Solar-Objekte mit einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro am Netz. Weitere, wie die Bestückung der Dächer der neuen Feuerwehrhäuser in Gau-Odernheim und Bechtolsheim oder jene der beiden neuen Alzeyer Kitas mit Solarmodulen, sind in Planung.

Unter dem Strich stehen Ende 2012 Umsatzerlöse von 160.000 Euro und ein Überschuss von 30.000 bis 40.000 Euro. Vorstandsmitglied Günter Brück erwartet eine Dividende von drei Prozent. Diese Nachricht wird die derzeit 299 Mitglieder, die 309 Anteile gezeichnet haben, freuen.

Unserer vor zwei Jahren auf Initiative der Volksbank Alzey ins Leben gerufenen Genossenschaft gehören neben Privatleuten auch die Gründungsmitglieder Stadt Alzey, e-rp, Baugesellschaft Alzey sowie die Verbandsgemeinde Alzey-Land an.

Von unserer Energiegenossenschaft profitieren neben den Mitgliedern aber auch die Kommunen, auf deren Dächer die Solarmodule installiert sind. Sie erhielten im letzten Jahr 8.000 Euro an Pachtzahlungen. Demnächst wird auch der Zweckverband Abwasserentsorgung Rheinhessen (ZAR) Partner unserer Genossenschaft werden, denn auf den Kläranlagen-Gebäuden in Alzey, Flonheim und Bechtolsheim sollen Photovoltaikzellen installiert werden.


In Kürze: neue Internetadresse

18. Dezember 2012 – 10:12

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher!
Liebe Mitglieder!

In Kürze zieht unser Internetauftritt um. Die neue URL lautet dann: www.energie-alzeyer-land.de

Wir wünschen Ihnen allen ein frohes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, glückliches und vor allem gesundes 2013!

Der Vorstand
Günter Brück      Erich Meitzler


Ein neuer Name

17. Dezember 2012 – 11:37

Die Generalversammlung vom 27. Juni 2012 hat eine Änderung des Namens beschlossen. Am 27. November 2012 wurde die Änderung nun auch im Genossenschaftsregister vollzogen. Somit firmieren wir nun als Energiegenossenschaft Alzeyer Land eG.


Einladung zur Generalversammlung am 27. Juni 2012

18. Juni 2012 – 13:22

Die Versammlung beginnt um 19.30 Uhr im Info-Center der Volksbank Alzey, Hospitalstr. 15 in Alzey.

Tagesordnung

1. Eröffnung und Begrüßung
2. Bericht des Vorstandes über das Geschäftsjahr 2011 sowie Vorlage
    des Jahresabschlusses 31.12.2011
3. Bericht des Aufsichtsrates über seine Tätigkeit
4. Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses
     zum 31.12.2011
5. Beschlussfassung über die Ergebnisverwendung 2011
6. Beschlussfassung über die Entlastung von 
     a) Vorstand
     b) Aufsichtsrat
7. Beschlussfassung über Satzungsänderung
8. Ergänzungswahlen zum Aufsichtsrat
9. Verschiedenes

Der Jahresabschluss, der Lagebericht sowie der Bericht des Aufsichtsrats für das Geschäftsjahr 2011 liegen ab dem 11.06.2012 im Büro der Energiegenossenschaft in Alzey, Hospitalstraße 15 (Volksbank Alzey), den Mitgliedern zur Einsichtnahme offen.

Die Mitglieder können auf ihre Kosten eine Abschrift des Jahresabschlusses, des Lageberichts und des Berichts des Aufsichtsrats verlangen.

gez. Der Vorstand


Interview mit den Vorständen Erich Meitzler und Günter Brück

5. Dezember 2011 – 14:06

Herr Meitzler, seit dem Start der Energiegenossenschaft sind einige Monate vergangen. Können Sie schon ein erstes Fazit ziehen?

Ja, das kann ich ganz sicher. Am Anfang haben natürlich alle Gründungsmitglieder gehofft, dass die Energiegenossenschaft Alzey eine Erfolgsgeschichte wird. Mittlerweile erkennen wir, dass wir auf dem besten Weg dorthin sind. Wir führen praktisch jeden Tag Informationsgespräche mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis. Unsere Veranstaltungen, bei denen wir die Genossenschaft vorgestellt haben, waren durchweg gut besucht.

Soweit zu dem öffentlichen Interesse. Wie läuft es bei den Projekten Herr Brück?

Alles wurde bisher termingerecht und fachmännisch korrekt umgesetzt. Im Augenblick haben wir noch einige Dinge abzuarbeiten. Auch für das neue Jahr haben wir viel vor und erwarten ein gutes Wachstum. Es wird also keinen Stillstand geben. Das wird unseren Teilhabern zugute kommen.

Bisher konzentrieren Sie sich auf Photovoltaikprojekte. Sind irgendwann auch andere Themen dran, Herr Meitzler?

Sicher. Das Thema „Alternative Energien“ beinhaltet schließlich noch viel mehr. Im ersten Schritt war es unser Ziel die Möglichkeiten im Bereich Photovoltaik zu nutzen. Konkret denken wir über ein Windkraftprojekt für das zweite Halbjahr 2012 nach. Wenn unsere Mitglieder dies wünschen, könnten wir damit eine weitere Energiequelle nutzen.

Herr Brück, gab es auch schon Anfragen von Investoren, die gerne größere Summen investieren wollen?

Natürlich gab es diese. Dinge, die gut sind, haben schon immer hohe Anziehungskraft besessen. Wir haben uns aber ganz bewusst für die Rechtsform der Genossenschaft und für eine überschaubare Beteiligung entschieden. Es geht nicht nur darum Kapitalanleger mit hohen Erträgen zu erfreuen, sondern gemeinsam etwas für unsere Region zu tun. Unser Start kam übrigens zur rechten Zeit, denn 2012 ist das internationale Jahr der Genossenschaften und wir können dann auch schon unseren ersten Geburtstag feiern.